(Süd-)Afrikaparcours

Thema: “Aids in Südafrika”

Unser (Süd-)Afrikaparcours wurde durch die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises “Globales Lernen” des Nord-Süd-Forums erarbeitet und durch die Mittel von “Wohnen in Nachbarschaft” (WiN) finanziert.

Dieser Parcours besteht aus fünf bzw. 6 Stationen und ist für Jugendlichen ab dem Sek. I-Bereich geeignet.

An der Station 1 geht es um “Alltag und Träume in Südafrika” - Lebensgeschichten in Memory Boxes

Erstmal sollten die Schülerinnen und Schüler klären, was Memory Boxes überhaupt sind:
Aidskranke Eltern legen für ihre Kinder solche “Erinnerungs-Kisten” (Memory Boxes) an. Diese Kisten enthalten Gegenstände, die den Eltern wichtig waren, Familienfotos, geliebtes Spielzeug der Kinder, eine Zeichnung vom Familienstammbaum und Briefe mit persönlichen Ratschlägen.

Wir haben einen Koffer mit vielen typischen Gegenständen und Fotos aus Afrika. Die Schüler/innen sollen sich jeder einen Gegenstand aus dem Koffer aussuchen und ihn dann der Gruppe vorstellen.

Diese Puppe wurde von einem Stamm in Südafrika angefertigt. Sie ist nicht nur ein Spielzeug; viele glauben, dass sie auch eine heilende Wirkung hat.

Hier werden Lebenssituationen in Zusammenhang mit Aids von verschiedenen Protagonisten aus dem Film “Memory-Book - Damit du mich nie vergisst” vorgestellt. Diese Bücher sind sind für die Kinder nicht nur wertvolle Erinnerungen. Sie bieten auch den Eltern die Chance die grausame Realität zu verarbeiten und ihre Kinder auf die Zukunft vorzubereiten.

Im Anschluss daran schreiben die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Nachrichten in ein Memory-Book und lesen sie dann später der gesamten Gruppe vor. Nach anfänglicher Unsicherheit wurden sehr eindrucksvolle Texte verfasst!

Bei der Station 2 geht es um “ABC-Schiffe der Hoffnung” Strategien der Aidsprävention

Die “Fleet of Hope” wurde in Tansania entwickelt und ist ein oft eingesetztes Hilfsmittel, um Auswege aus der HIV/Aids-Katastrophe aufzuzeigen. Die Schiffe tragen englische Namen und bedeuten:
ABSTINENCE: Lebe enthaltsam, habe also keinen Sex. Oder...
BE FAITHFUL: Sei deinem Partner treu. Oder....
CONDOM: Wenn du diesen beiden Grundsätzen nicht folgen kannst oder willst, dann benutze ein Kondom.

Aids ist wie eine Flut, die viele Menschen in den Tod reißt. Diese drei Schiffe sollen symbolisch vor der Aids-Flut retten.

Die Gruppe informiert sich über Brenda, 15 Jahre alt, und Simon, 18 Jahre alt, die in einem afrikanischen Land leben und einer jungen Generation angehören, die mit der harten Realität der Aids-Epidemie aufwächst. Diese beiden Jugendlichen klären andere Jugendliche über die Möglichkeiten, sich vor einer Infektion aber auch vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, auf.

Anhand von verschiedenen Texten schreiben die Schüler kurz Aktionen und Aktivitäten auf Karten auf, die Hoffnungszeichen im Kampf gegen Aids darstellen und verteilen die Karten auf die Schiffe A, B und C. Dann verteilen sie Karten mit Stichworten, was die Ausbreitung von HIV/Aids in Afrika begünstigt, in der “Flut”.

Die Station 3 beschäftigt sich mit der “Saftbar” - “Gesundheit in Südafrika”

Bunte tropische Cocktails aus frisch gepressten Säften.... “Was hat das denn mit Aids zu tun?
Jugendliche aus Südafrika haben sich etwas ganz besonderes ausgedacht: Aufklärung durch den Verkauf von Saft auf dem Markt. Die Jugendlichen haben frisches Obst gepresst und den Saft dann an die Marktbesucher verkauft. So kommen sie mit den Menschen ins Gespräch und klären über die Gefahr von HIV/Aids auf.

Die Schüler haben Mangos und Papayas in Stücke geschnitten und aus verschiedenen Säften Cocktails gemischt. Die Gläser haben sie mit Botschaften beklebt, wie z. B.:
- rund 12 Millionen Aidswaisen gibt es z. Zt. in Afrika oder
- 2.500.000 Kinder sind mit dem tödlichen Virus infiziert
und viele mehr....

Die Schüler/innen sollen an dieser Station nicht nur über HIV/Aids aufgeklärt werden, sondern auch erarbeiten, was notwendig ist, um die HIV/Aidsrate im südlichen Afrika einzudämmen. Diese Botschaften wurden dann auf Papptellern zusammen mit den Saftgläsern präsentiert.

Diese Botschaften auf Papptellern nennt man auch “Papiertheater”. Eine Kunstaktion des deutschen Künstlers Jörg Schumacher 2010 in Betlehem

Nach der Präsentation der Ergebnisse durften die Schülerinnen und Schüler die selbstgemischten Cocktails der Gruppe probieren. Zuerst mit großer Skepsis! Aber dann......mmh, mmh, lecker!!!

An der Station 4 geht es um eine Infokampagne “Kreatives mit Aidsschleifen

Hier informieren sich die Schülerinnen und Schüler über die Bedeutung und Entstehung der roten Aidsschleife.

Die Gruppe bastelt dann eigene Aidsschleifen für die ihre Mitschüler/innen.

Die Rote Schleife (Red Ribbon) ist ein Symbol im Kampf gegen die Immunschwäche Aids. Sie ist aber auch ein Symbol der Solidarität und Toleranz für Menschen mit HIV und Aids.

Aus Teelichtern formen die Schülerinnen und Schüler als Beispiel für eine Solidaritätsaktion eine große Aidsschleife mit der Botschaft “Für eine Aids-freie Welt”.

Auf “Paperprayer”, den sog. Papiergebeten hat die Gruppe ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche zu HIV/Aids aufgeschrieben. Die Karten haben sie dann mit roten Schleifen an einem Strauch aufgehängt.

Station 5: Theater/Rollenspiel - “Perspektive: Positiv” - Leben mit Aids in Südafrika

Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler von verschiedenen jugendlichen Protagonisten mehr über das Leben mit Aids in Südafrika. Z. B. von der 19-jährigen Nokubonga Yawa, die mit 16 Jahren gleichzeitig erfuhr, dass sie schwanger und HIV-positiv ist.

Diese Marionetten - Teachawi (kleine Lehrer) genannt - werden nur in Togo hergestellt. Sie werden aus Kalebassen (Flaschenkürbisse) hergestellt. Sie wurden vom Unternehmen “Allez” Social Busenees UG” gekauft.

Mit diesen Marionetten üben die Schüler ein Rollenspiel über ein Gespräch ein, wie es zwischen Jugendlichen zum Thema Aids und Kondome geführt werden könnte. Nach einer kleinen “Aufwärmphase” haben die Jugendlichen ein ganz tollen Rollenspiel aufgeführt, das auch bei Vorführung große Begeisterung hervorrief. Klasse!!!

Die 6. Station zu den Themen “Präventation zu HIV/Aids” oder “Sex-Ralley: damit Lust nicht zur Last wird” finden im Gesundheitsamt statt; mehr dazu hier...

Terminabsprache: Holger Seba - Sozialpädagoge
                       Tel.: 0471/590-2855
                       holger.seba@magistrat.bremerhaven.de