Sportartikelparcours

(Un-)faire Produktion von Sportartikeln und Fußbällen?

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 haben verschiedene Schulklassen den Fussball-/Sportartikel-parcours in der WeltWerkstatt im Eine-Welt-Zentrum durchgeführt.

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten....oder?
So einfach ist es leider nicht: es braucht 690 Nadelstiche von Hand, um die 32 fünf- bzw. sechseckigen Waben aus Kunstleder zu dem widerstandsfähigen runden Sportartikel zu machen!

An der Station 1 wird das Zusammennähen eines Fußballs ausprobiert

Die Holzgabel muss während der gesamten Nähzeit zwischen die Knie geklemmt werden. In das offene Ende der Holzgabel werden die Waben geklemmt und zusammengenäht.

Das Nähen der Waben aus Kunstwachs geht ja wirklich sehr gut! Aber nun probieren die Schüler das Nähen mit Originalwaben und –faden – da hört der Spaß aber auf! Es ist sehr schwierig, die Waben eines Originalfußballs zusammenzunähen.

Und diese Arbeit nun 8 bis 10 Stunden jeden Tag!!! Der Schüler schreibt seine Gedanken und Gefühle hierzu auf.

Ein Kind in Sialkot näht an einem Tag (9 Stunden) 2 bis 3 Bälle. Sie erhalten 0,50 € pro Fußball!

Anhand von Bild- und Textvorlagen werden die Arbeitsschritte zur Herstellung eines Fußballs dargestellt.

An der Station 2 wird herausgearbeitet, wer die Gewinner und wer die Verlierer in der Sportartikelherstellung sind

So ein Sportschuh kann locker 100 € oder sogar mehr kosten. Aber wo bleibt die ganze Kohle eigentlich? Und wie viel hat eine asiatische Näherin davon?

Die Schülerinnen und Schüler erfahren hier, wie hoch der Anteil des Arbeitslohnes vom Kaufpreis der Sportschuhe ist - es sind lediglich 0,4 %!!!

Hier wird anhand eines Rollenspiels und eines Plakates deutlich gemacht, wer Gewinner und wer Verlierer bei der Sportschuhherstellung ist.

An der Station 3 werden die Transportwege von einem Fußball oder einem Sportschuh dargestellt

Auf der Weltkarte werden die Transportwege aufgezeigt, die ein Fußball oder ein Sportschuh von der Herstellung bis zum Verkauf zurücklegen muss.

An der Station 4 wird der Unterschied zwischen “fairen” und “unfairen” Fußbällen verdeutlicht

Die Schüler erarbeiten anhand von Texten über die Lebensbedingungen von zwei Kindern aus Pakistan ein Rollenspiel, dass die Unterschiede zwischen „fairen“ und „unfairen“ Herstellungs-bedingungen bei Fußbällen aufzeigt.

Ronja’s Familie ist arm und sie muss sechs Tage in der Woche jeweils 9 Stunden Fußbälle nähen. An guten Tagen schafft sie 3 Fußbälle und ver-dient 1,68 € am Tag.

Abduls’ Eltern sind auch Fußballnäher, aber sie arbeiten bei „Talon Sports“. Da beide Eltern dort mehr Geld verdienen, braucht Abdul nicht arbeiten und kann zur Schule gehen.

http://www.gepa.de/fairpay/pdf/HPInfo_Talon.pdf

An der Station 5 informieren sich die Schüler/innen über den “Fairen Handel” und besuchen den Weltladen

Eine Gruppe von Schülerinnen besucht den Weltladen, um sich über den “Fairen Handel” und über die Produkte des Weltladens zu informieren.

Sehr zur Freude der Schülerinnen, gibt es dort nicht nur Kaffee und Tee, sondern auch sehr hübsche Geschenkartikel!